Viele Schülerinnen und Schüler der privaten Ganztagsschule “Heinrich-Corsten-Schule” fühlen sich ungerecht behandelt. Nach einem Ladendiebstahl, begangen von Schülern des in der Jugendhilfe tätigen Internats, verhängte die Filialleitung des “LIDL”-Marktes an der Engelblecker Straße ein für die gesamte Schülerschaft geltendes Hausverbot.
Der direkt an das Schulgelände angrenzende Lebensmittel-Discounter reagiere auf die Vorkommnisse in der letzten Zeit; immer wieder wäre es zu Diebstählen, Beleidigungen und anderen Provokationen gekommen, begründete die Geschäftsführung ihr Vorgehen gegenüber der Schule.
An der Schule, die sich auf die Beschulung von seelisch behinderten Jugendlichen konzentriert, stößt die Art der Bestrafung aller für das Fehlverhalten einzelner Schüler auf Empörung. Von Diskriminierung ist die Rede.
Während einige Jugendliche des Geländes verwiesen worden wären, habe man sich bei einer Protestaktion der Schüler, bei der sich an die 40 Schüler in ihrer Frühstückspause im Markt wie gewohnt verpflegt hätten, nicht “getraut etwas zu sagen”, berichtet ein 10. Klässler.
Nach heftiger Kritik ruderte “LIDL” überraschend zurück, hob das Hausverbot nach zwei Tagen auf. “Ich habe mit der Geschäftsführung gesprochen”, so Internatsleiter Lother Overberg (*), “weil ich es nicht gut finde, dass da Sippenhaft stattfindet.” Der zuständige Verkaufsleiter Jürgen Thomas (*) beschwichtigt, “es handelt sich um ein Missverständnis, es gilt kein generelles Hausverbot.” Die Schule habe den Anruf seiner Stellvertreterin “fehlinterpretiert”.
Die Filialleitung der “Aldi”-Filiale in der Tonderner Straße wird deutlicher: Es gelte zwar kein generelles Hausverbot für Schüler der “Heinrich-Corsten-Schule”, “aber es läuft wahrscheinlich darauf hinaus.” Bereits vor einigen Jahren bestand, nach dem sich die Vorfälle häuften, Verkäuferinnen und Kunden angepöbelt und Diebstähle begangen worden seien, ein solches Ladenverbot, erklärt Filialleiter Holger Schelp (*). Seit das Hausverbot im “LIDL”-Markt gelte, kämen die Schüler wieder vermehrt in seine Filiale. “So weit lassen wir es diesmal definitiv nicht kommen”, macht Schelp deutlich, “wenn der erste Schüler beim Diebstahl erwischt wird, hat die komplette Schule Hausverbot.”
“LIDL”-Verkaufsleiter Thomas (*) schließt solche Schritte jedoch aus: “Wir sprechen keine generellen Hausverbote aus.” Zwar bestünde seit Jahren die Problematik mit auffälligen Schülern, aber er wolle nicht alle “als Diebe darstellen”, sondern lediglich auffällig gewordene Schüler aus seinem Laden “aussperren”. Dieses sei aus erzieherischer Sicht auch im Interesse der Schule, die eine Kollektivstrafe hingegen entschieden ablehnt.
(*) Name geändert










09:59 | 



Druckansicht
5. April 2011 18:52
der Internatsleiter heißt Franz Specks, dies kann man auf der offiziellen Seite der Schule nachlesen!
5. April 2011 19:08
Echt mal, genauer gesagt Franz-Josef Specks ;-) aber die Aktion war eh fürn A**** ^^
7. April 2011 21:59
Irgendwie ziemlich uncool, dass dieser Artikel nun online ist—Gab es kein Verbot o.Ä.
Muss ein eingereichter Artikel nicht erschienen sein? Wenn ja bitte wo????
In einer Mönchengladbacher Tageszeitung definitiv nicht! (RP,WZ)
Trackbacks
28. Juli 2011 17:41