Wegweiser Blog

16. Mai 2012

Zeitalter Internet: Wie verändert sich unsere Mediennutzung?

von

Das Internet hat sich in den vergangenen zehn Jahren als ein wichtiges Medium etabliert, das von vielen täglich genutzt wird. Dabei bietet es zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten – von Unterhaltung bis Information. Alle Inhalte stehen rund um die Uhr zur Verfügung und müssen nur durch ein paar Klicks abgerufen werden – das Internet ist Fernsehen, Radio und Tageszeitung zugleich.

Katrin Busemann und Bernhard Engel von der ZDF-Medienforschung haben sich jetzt mit der Frage beschäftigt, ob das Internet unsere Motive bestimmte Medien zu nutzen verändert. Hierfür verwendeten sie Daten der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation, die seit 1964 etwa alle 5 Jahre durchgeführt wird und die Mediennutzung der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren dokumentiert. Seit dem Jahr 2000 kann die Studie auch Daten über das Internet vorweisen.

Die Bedeutung der traditionellen Medien Fernsehen, Radio und Tageszeitung habe für fast alle Nutzungsmotive im Zeitverlauf abgenommen, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift „Media Perspektiven“. Das Internet dagegen könne einen vollständig gegenläufigen Trend vorweisen: Seine Bedeutung nahm für alle Nutzungsmotive rasant zu. Nutzten beispielsweise im Jahr 2000 nur 8 Prozent aller Befragten hauptsächlich das Internet zur Unterhaltung, so sind es im Jahr 2010 schon 27 Prozent. Damit liegt das Internet hinsichtlich dieses Motivs nur hinter dem Fernsehen (44 Prozent), aber deutlich vor dem Radio (23 Prozent) und der Tageszeitung (6 Prozent). Mit Web 2.0-Anwendungen wie sozialen Netzwerken, Online-Spielen und Videoplattformen ist das Internet mittlerweile zu einem beliebten Medium der Freizeitgestaltung geworden.

Als besonders bemerkenswert sehen Busemann und Engel die Entwicklungen bei dem Nutzungsmotiv der Information: Im Jahr 2000 nutzten nur 8 Prozent der Befragten hauptsächlich das Internet zur Information, im Jahr 2010 sind es bereits 29 Prozent. Damit ist das Internet sogar kurz nach der Tageszeitung, die 32 Prozent hauptsächlich zur Information nutzen, das wichtigste Medium für dieses Motiv. Auch für das Motiv ‚Denkanstöße bekommen‘ kann das Internet mit 27 Prozent sehr hohe Werte vorweisen. Die Forscher vermuten angesichts dieses starken Bedeutungszuwachses, dass das Internet zukünftig zu dem Medium schlechthin für Denkanstöße werden wird. Schließlich bietet es dafür die besten Möglichkeiten: Nicht nur die Internetseiten der traditionellen Nachrichtenmedien können online genutzt werden, auch Formate wie Weblogs bieten Inhalte und Perspektiven, die zum Nachdenken anregen können.

Dass das Internet der alleinige Verursacher für diese Veränderungen ist, kann die Studie nicht eindeutig nachweisen. Dennoch betrachten Busemann und Engel einen großen Einfluss als naheliegend. Das Internet kann einerseits Fernsehen, Radio und Tageszeitungen durch Online-Angebote derselben teilweise ersetzen, gleichzeitig aber auch neue Möglichkeiten bieten. Insbesondere jüngere Personen, die gewissermaßen in das Internetzeitalter hineingeboren wurden, sind  häufig und ganz selbstverständlich online. Für sie steht es außer Frage, das Internet vielfältig zu nutzen – sowohl zur Unterhaltung als auch zur Information. Daher seien in dieser Gruppe besonders deutliche Verschiebungen bei der Medienrelevanz zu erkennen, so die Wissenschaftler. Die zukünftige Entwicklung zu beobachten, bleibe spannend. Insbesondere bei der Frage, ob die Veränderung in den Nutzungsmotiven auch eine Veränderung bei den Nutzungsdauern bewirkt, bestehe noch Forschungsbedarf.

9. Mai 2012

Mit der Kamera berichten

von

Journalistische Erfahrungen vor und hinter der Kamera sammeln und gleichzeitig Leistungen für das Studium erbringen, diese Möglichkeit haben Studenten der Universität Bielefeld bei Campus TV. In zwei aufeinander aufbauenden Seminaren erlernt der journalistische Nachwuchs die Arbeit mit der Kamera. Mitmachen können Studenten der verschiedensten Fachrichtungen.

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Campus TV an der Universität Bielefeld Foto: Campus TV

„Da studentische Initiativen unter den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen leiden, was die Teilnehmerzahl betrifft, hat man hier in Bielefeld die Möglichkeit gleichzeitig Punkte für das Studium zu erwerben“, erläutert Redaktions- und Seminarleiter Jochen Kopp. Zusammen mit dem Lehrbeauftragten Jörg Erber, ebenfalls Redaktions- und Seminarleiter, führt er die Studenten in die Welt des Fernsehens ein. Im „Basic“-Kurs haben die Nachwuchsjournalisten die Chance an zwei langen Wochenenden sowohl theoretisches journalistisches Wissen, als auch den Umgang mit der Kamera und den Schnittprogrammen zu erlernen. Um den Druck auf die Anfänger etwas abzumildern, wurde hier in der letzten Blockveranstaltung zunächst eine Mystery Sendung parodiert. Durch diesen spielerischen Einstieg können die angehenden Fernsehjournalisten zunächst die neue Aufgabe erlernen, ohne gleich in direkten Kontakt zu Interviewpartner treten zu müssen.

Wer nun das Fernsehen für sich entdeckt hat, kann beim Seminar „Campus TV – Die Redaktion“ teilnehmen. In einem wöchentlichen Seminar wird hier das theoretische Wissen vertieft, gleichzeitig findet die Redaktionskonferenz statt: Mögliche Themen werden diskutiert, Rohschnitte begutachtet. Unterstützt wird der journalistische Nachwuchs von der Tutorin Juliane Otto. Vor allem beim Schneiden unterstützt sie die Campus TV-Redaktionsmitglieder. „Wichtig ist, dass die Studierenden stark betreut werden“, betont Jochen Kopp. In Bielefeld wird kein Studium der Journalistik angeboten, alle studieren unterschiedliche Fachrichtungen, so dass der Nachwuchs langsam in das neue Metier eingeführt werden muss.

Ein Mal im Monat strahlt Campus TV eine 15-20 minütige Sendung aus. Pro Sendung wird ein Chef vom Dienst ernannt. „Für eine Sendung hat er alle Fäden in der Hand“, erklärt Jochen Kopp die Arbeit. Hierzu gehört zum Beispiel das Erstellen eines Ablaufplans. Auch der Moderator stammt aus dem Seminar. Um vielen eine Chance zu geben, sich auch vor der Kamera auszuprobieren, wechselt dieser. Gewählt wird er durch ein kleines Casting im Seminar. Die Kameraführung während der Sendungsaufzeichnung übernehmen hierbei Auszubildende, Mediengestalter Bild und Ton, da sie mehr Erfahrung im Umgang mit der Kamera haben. Wichtig ist den Seminarleitern, dass die Seminarteilnehmer durch die Sendung lernen, sich in größere Zusammenhänge einzufügen. „Eine gute Vorbereitung auf die Arbeitswelt“, weiß Jochen Kopp.

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Foto: Campus TV

Einige der ehemaligen Campus TV-Studenten hat es in die Medien verschlagen: Zum Radio, zu Produktionsfirmen, zur Tageszeitung, aber auch in die Öffentlichkeitsarbeit. Doch auch wenn die Studenten hinterher nicht journalistisch tätig sind, sei die Arbeit bei Campus TV eine wichtige Erfahrung. „Studenten lernen hier, wie man Dinge in der Öffentlichkeit darstellt und was Journalisten von einem wollen“, und das, so Jochen Kopp, könne man in jedem Beruf gebrauchen.

Wer mehr erfahren will und sich die Arbeit bildlich vorstellen möchte, der schaut am besten unter diesem Youtube Link nach. Weitere Informationen zum Nachlesen gibt es unter: www.uni-bielefeld.de/campus-tv/

2. Mai 2012

Abitur – und dann?

von

Das Abitur ist noch nicht einmal ganz geschafft, da stellt sich schon die Frage, wie es danach weitergeht. Junge Menschen, die frisch ihr Abitur in der Tasche haben, sind oftmals bezüglich ihrer beruflichen Zukunft verunsichert. Mitten im Abiturstress stellt sich die Frage nach der Wahl ihrer Ausbildung oder ihres Studiums.

Möchte ich studieren oder möchte ich lieber eine Ausbildung machen? Welchen Beruf möchte ich später ergreifen? Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich mit der Ausbildung oder mit dem Studium fertig bin?

 Abitur   und dann?

Entwicklungs- und Karrierechancen am Arbeitsmarkt sind zentrale Fragen bei der Auswahl. Die eigenen Interessen und Begabungen sollen natürlich auch berücksichtigt werden. Eine fast unübersichtliche Vielfalt von Angeboten an nationalen und internationalen Ausbildungsberufen und Studiengängen steht den Abiturienten zur Auswahl. Daneben die Unwissenheit über zukünftige Berufsbilder. Vielen Bewerbern stellt sich die Frage, wie sich der Alltag nach der Ausbildung gestaltet. Einige von euch werden sich bestimmt bei den Überlegungen die Frage stellen, ob sie die entsprechende Begabung mitbringen und die eigenen Interessen mit dem gebotenen Berufsbild übereinstimmen.

Während einige wenige Jugendliche ihre Ausbildung oder ihr Studium selbständig planen, neigt die Mehrheit der Jugendlichen dazu ihre Eltern mit in die Überlegungen einzubinden. Arbeitsämter, Informationsabende, Absolventenmessen und Karrieremessen sind weitere Quellen, die die Planung für einen neuen Lebensabschnitt begleiten. Es ist empfehlenswert auch zu überlegen, in welchem Umfang man ein Hobby zum beruflichen Ziel machen sollte.

Eine mögliche Orientierung bieten Praktika. Hier kann in den Beruf hereingeschnuppert werden. Der Praktikant lernt den Arbeitsalltag in seinem Wunschberuf kennen und kann auf Erfahrungsberichte der Mitarbeiter zurückgreifen. In manchen Studiengängen sind solche Praktika sogar vorgeschrieben um eine Zulassung in dem gewünschten Fachbereich zu erhalten.

Studium oder Ausbildung? Diese Frage stellt sich vielen Abiturienten. Zugegeben: Sich nach dem Abitur für eine Ausbildung zu entscheiden, fällt vielen Schulabsolventen schwer. Familie und Freunde leben den klassischen akademischen Weg vor und können sich oftmals schlecht vorstellen, dass ein Studium nicht für jeden Abiturienten automatisch die richtige Wahl sein muss. Denn auch für eine Ausbildung gibt es mindestens ebenso viele gute Gründe wie für ein Studium. Diese Gründe muss jeder selbstverständlich individuell abwägen. Der Verdienst ist ein wichtiger Faktor für Schulabsolventen, die sich für eine geregelte Ausbildung entscheiden, ist: Während die Zeit zwischen Abitur und Studienabschluss oftmals finanzielle Entbehrungen bedeutet, wird während der ersten Ausbildungsjahre zumindest ein kleines Gehalt geboten. Darüber hinaus ist auch die Zeitspanne bis zum “richtigen” Nettolohn deutlich kürzer als bei den allermeisten Studiengängen.

Das Klischee, dass ein Abitur automatisch zur akademischen Laufbahn verpflichtet, ist schon lange überholt – sehr viele Betriebe freuen sich über Bewerbungen von Abiturienten, die als besonders gut qualifizierte Auszubildende oftmals bevorzugt eingestellt werden. Ein weiteres Argument für die Ausbildung sind die vielen praktischen Erfahrungen und Inhalte, die hier schon meist zu Beginn der Ausbildungsphase vermittelt werden. Wer einen direkten Berufseinstieg sucht und schnell so richtig loslegen möchte, ist hier also genau richtig. Egal, ob eine Stelle in der Stadtverwaltung oder eine fordernde Tätigkeit in der Gastronomie - die Auswahl verschiedenster Ausbildungen ist vielfältig. Mit dem Abitur in der Tasche bestehen auch auf dem klassischen Ausbildungswege oftmals gute Aufstiegschancen.

Das Abitur ist nicht nur allein Schulabschluss und Zeugnis für jahrelange Mühen; es ist zugleich auch der exklusive Eintritt für alle Universitäten und Fachhochschulen. Was liegt also näher, als die Chance zu ergreifen und sich für eine akademische Berufslaufbahn zu entscheiden? Mit dem Abi in der Tasche stehen bundesweit und auch im Ausland zahlreiche Studiengänge offen. Einige davon mit Auswahlverfahren oder Numerus Clausus, kurz NC, andere ganz unabhängig vom Notendurchschnitt. Ob mit festem Berufswunsch oder nur mit einem allgemeinen Interessengebiet – ein Studium ist immer eine gute Wahl. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein Studium an Uni oder FH bietet die einmalige Möglichkeit, selbständig und breit gefächert nach eigenen Interessenschwerpunkten zu lernen.

Auch ein verschulter Bachelor-Studiengang bietet oftmals mehr Freiheiten als beispielsweise eine Ausbildung. Die Fähigkeit, Zeit und Lerninhalte selbst einzuteilen, ist zudem ein ganz wichtiger Faktor auf dem Weg zum Erwachsensein und führt zu Selbständigkeit und nicht zuletzt auch Selbstsicherheit. Darüber hinaus bedeutet Studieren viel mehr als stures Pauken – ganz im Gegenteil: Die Studienzeit ist eine einmalige Phase im Leben, in der soziale Kontakte geknüpft, die Teamfähigkeit gefordert und vernetztes Denken gefördert wird. Und neben den Pflichtveranstaltungen bietet die Uni immer genügend Möglichkeiten, um ganz nach eigenem Interesse verschiedene Seminare und Vorlesungen zu besuchen und so den eigenen Horizont zusätzlich zu erweitern. Darüber hinaus ist ein Studienabschluss noch immer eine echte Investition für die eigene Karriere – Akademiker dürfen sich im späteren Job über nur ihnen vorbehaltene Positionen und in der Regel deutlich bessere Gehälter freuen.

25. April 2012

Journalismus in Peru: Wenn Medien Politik machen

von

Die wichtige Rolle der Medien im gesellschaftspolitischen Diskurs ist heute eine unumstrittene Tatsache. Zeitungen, Radio- und Fernsehsender und heutzutage vor allem auch das Internet geben die politische Geschehnisse und Meinungen entsprechend ihrer eigenen politischen Linie wider. Fällt diese Meinungsdarstellung einseitig aus und fehlen Gegengewichte zu anteilsstarken Medienhäusern, so werden Medien zu machtvollen politischen Akteuren. In Peru, wie auch in vielen anderen Ländern Südamerikas, fällt die Regulierung des Medienmarktes durch die Verfassung gering aus. Das Ergebnis ist ein Informationsmarkt mit einer Tendenz zu großen Medienkonglomeraten, die kleineren unabhängigen Anbietern im Wettbewerb kaum noch Spielraum lassen.

Vier große privatgeführte Medienkonzerne dominieren das peruanische Informationsangebot. Die Gruppe rund um die älteste Tageszeitung des Landes El Comercio besitzt nicht nur die drei meistgelesenen Zeitungen (Trome, El Comercio, Peru21), sondern auch den meistgesehenen Fernsehsender (América TV). Das Medienunternehmen verfolgt eine bürgerlich-konservative Linie. An zweiter Stelle folgt die Mediengruppe RPP, die vor allem den Radiomarkt dominiert (RPP, Radio Capital). Seit einiger Zeit ist das Unternehmen auch mit einem Fernsehsender am Markt präsent. Im Bereich der Printpresse ist die zweitstärkste Gruppe EPENSA (Zeitungen Correo, Ojo). Die einzigen Zeitungen aus dem demokratisch linken Spektrum La República und La Primera kommen zusammen auf einen Leserschaftanteil von zehn Prozent. Darüber hinaus existiert eine große Anzahl an Boulevardzeitungen, die sogenannte Prensa chicha. Von einem pluralistischen Informationsangebot kann in Peru nicht die Rede sein.

 Diese Situation wurde vor allem während der Präsidentschaftswahlen im vergangenen Jahr deutlich. Die peruanischen Medien gerieten in die nationale und internationale Kritik. Nach einem ersten Wahlgang stand im Juni 2011 eine Stich­wahl zwi­schen dem Links­-Na­tio­na­listen Humala und der Tochter des umstrittenen Ex-​Präsidenten Fuji­mori aus dem konservativen Lager an. Die peruanischen Fernsehsender sowie fast alle Tageszeitungen des Landes bekannten sich offen zur Kandidatin Fujimori. Außerdem fanden mehrere Entlassungen in El Comercio aufgrund der öffentlichen politischen Unterstützung des Kandidaten der Gegenpartei statt. Nicht nur in der Reihe der Journalisten sondern auch gesellschaftliche Persönlichkeiten Perus zeigten sich empört. Der Lite­ra­tur-No­bel­preisträger Mario Vargas Llosa kri­ti­sierte den Medienkonzern öffentlich: „El Comercio hat sich in eine Pro­pa­gan­dama­schine der Kan­di­datur Fuji­moris verwandelt“. Dass schlussendlich doch der in den Medien ungern gesehene Humala gewann, kann daher als positiv gewertet werden.

Medien in Peru 300x225 Journalismus in Peru: Wenn Medien Politik machen

18. April 2012

Studieren und Arbeiten verbinden

von

Studieren, Arbeiten und ein großes Medieninteresse miteinander verbinden, wie geht das? Verena Stoker macht es vor. Sie studiert BWL- Medien- und Kommunikationswirtschaft an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW). Der Schwerpunkt ihres Studiums liegt auf den Bereichen Verlage, Hörfunk und Fernsehen. Den praktischen Teil ihrer Ausbildung absolviert sie bei der Südwest Presse in Ulm. Zurzeit wohnt sie in Kapstadt, wo sie ein Auslandssemester an der Cape Peninsula University of Technology macht.

 

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Verena Stoker

Warum hast du dich für das Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg entschieden?

Nach meiner Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print, hatte ich Lust weiterhin arbeiten zu gehen. Gleichzeitig wollte ich auch auf jeden Fall studieren. Die Kombination aus beidem war für mich das Interessante an dieser Art des Studiums. Es bot mir die Möglichkeit gleich mitzuarbeiten.

Wie ist dein Studium aufgebaut?

Alle drei Monate wechseln sich Praxis- und Studienphasen ab. Während der Zeit an der DHBW bin ich durchgängig von Montags bis Freitags an der Hochschule. Am Ende des Semesters steht die Klausurphase an. Durch Profilfächer habe ich die Möglichkeit, in meinem Studium individuelle Schwerpunkte zu setzten. Der Unterschied zu einem Studium an anderen Universitäten ist, dass wir nur sechzehn Studenten in unserem Studiengang sind. Das ist toll, da es viele Vorteile hat in einer kleinen Gruppe zu lernen. Eine Verlängerung des Studiums über sechs Semester hinaus ist nicht möglich. Der Vorteil bei einem dualen Studium ist also, dass ich auf jeden Fall nach drei Jahren meinen Abschluss habe. Außerdem verdiene ich sowohl während den Praxis- als auch während den Theoriephasen schon Geld. .

Die Praxisphasen sind sehr projektbezogen. In den ersten beiden Studienjahren muss ich jeweils eine Projektarbeit abgeben, die ich im Verlag erarbeite. Im dritten Studienjahr schließt sich dann die Bachelorarbeit an. Da unsere Semester kürzer sind, als die Semester an anderen Universitäten, sollen wir so theoretische Inhalte auch während der Praxisphasen erlernen. Das tolle ist, dass ich keine Beispielaufgaben mache, sondern mich mit echten Fällen aus der Praxis beschäftige. Dabei kann ich meine eigenen Ideen einbringen und diese werden dann umgesetzt. Was ich schreibe, hat Konsequenzen, das begeistert mich. Zudem durchlaufe ich in der Praxisphase die verschiedenen Bereiche eines Verlags. Ich habe viel Glück, da mir die  Option geboten wurde, auch einige externe Stationen zu durchlaufen. So konnte ich auch die redaktionelle Arbeit bei einem regionalen Fernsehsender und die Marketingabteilung des Radiosenders SWR 1 kennenlernen.

Jetzt wohnst du drei Monate in Kapstadt. Ein Auslandsemester ist also auch während eines dualen Studiums möglich?

Mir war erst nicht klar, dass die Möglichkeit besteht, da unsere Semester ja kürzer sind, als an nicht dualen Hochschulen. Wir studieren kein ganzes Semester hier in Kapstadt, weil zuhause dann schon wieder die nächste Praxisphase beginnt. An der Cape Peninsula University of Technology gibt es jedoch die Möglichkeit schon während des laufenden Semesters die erforderlichen Prüfungsleistungen zu erbringen, die mir dann in Ravensburg angerechnet werden. Ziele für ein Auslandssemester sind zum Beispiel Kapstadt und Durban in Südafrika oder Santa Barbara in Kalifornien. Voraussetzung ist ein Notendurchschnitt von mindestens 2,5. Für mich ist das Semester in Kapstadt eine tolle Erfahrung. Der Campus hier ist riesig, ganz anders als in Ravensburg. So kann ich auch das Studentenleben an einer großen Universität miterleben. Kapstadt ist ein toller Ort zum Studieren. Das Studium und das Leben hier gefallen mir sehr gut. Bei Austauschstudenten von anderen Universitäten bekomme ich oft mit, dass sie ein Urlaubssemester einlegen mussten, um hierher zu kommen. Ich habe dagegen die Chance, die Zeit hier in mein Studium zu integrieren, so dass ich trotzdem nach sechs Semester meinen Abschluss mache.

Was würdest du anderen raten, die sich für ein duales Studium der BWL- Medien- und Kommunikationswirtschaft interessieren?

Auf jeden Fall sollten sie sich ein spannendes Unternehmen aussuchen, das sie begeistert. Es ist wichtig, dass das Unternehmen zu einem passt. Obwohl Ravensburg eine kleine Stadt ist, genießen wir unsere Theoriephasen dort sehr. Und trotz des straffen Vorlesungsplans, kommt hier auch das Studentenleben nicht zu kurz. An der DHBW in Ravensburg kommen Studenten aus ganz Deutschland zusammen, die alle in unterschiedlichen Städten arbeiten. Schon während des Studiums kann so ein berufliches Netzwerk aufgebaut werden.

Und was sollte man mitbringen, um diesen Studiengang zu absolvieren?

Man sollte auf jeden Fall Neugierde und Interesse an den Medien mitbringen. Man muss etwas lernen wollen. Zudem sollte man aufgeschlossen, offen und kontaktfreudig sein. Wichtig ist auch, dass man gut mit Menschen umgehen und sich immer wieder auf neue Leute einstellen kann. Flexibilität ist auch eine notwendige Eigenschaft. Das Studium ist alle drei Monate mit einem Umzug verbunden, was auf die Dauer schon stressig ist.

Das Interview wurde am 22. März 2012 von Lara Sasse geführt.

11. April 2012

Texten fürs Netz

von

Auszug aus dem Titel „Onlinejournalismus“ aus der Buchreihe Wegweiser Journalismus

Inhaltlich und grafisch texten

Im Internet ist es immens wichtig, Texte übersichtlich zu gestalten, um sie leichter lesbar zu machen. Dabei helfen:

  • Kurze Absätze,
  • Intelligente Zwischenüberschriften,
  • Passende Platzierungen von Fotos,
  • Eindeutige Kennzeichnung von weiteren Elementen im Text wie Text- und Zitatboxen, Infokästen, Themenübersichten,
  • Statt des Aufzählungsknäuels die Tabelle oder Auflistung mit Spiegelstrichen oder anderen Gliederungspunkten.

Mehr Absätze!

Kürzere Absätze sind laut Nielsen- und Poynter-Eyetrack-Studien leichter lesbar. Das Auge kann sich besser orientieren. Sie empfehlen ein bis zwei Sätze pro Absatz.

Dies ist für unsere Lesegewohnheiten so ungewöhnlich, dass es für deutsche Onlinemedien eine zu extreme Empfehlung wäre. Doch der eine oder andere kurze Absatz würde deutschen Onlineberichten sicher nicht schaden.

Zwischenüberschriften sollten…

…nicht über jedem Absatz stehen, sondern am besten dort, wo ein neuer Aspekt aufgegriffen wird,
…nicht die Aussagen aus Überschrift, Teaser und Bildunterschrift wiederholen, die die Leser vermutlich bereits kennen,
…genauso sorgfältig getextet werden wie die Hauptüberschriften, vor allem sollten Zitate als solche kenntlich gemacht werden, also keine Aussagen von anderen im Indikativ wiedergeben,
…möglichst nicht eins zu eins Formulierungen aus dem Text enthalten, sondern neue Worte.


Die Buchreihe „Wegweiser Journalismus“ bietet journalistisches Grundwissen – für alle, die Journalist werden wollen oder ihr Wissen vertiefen möchten. Mehr zum Inhalt hier

5. April 2012

Die schwedische Medienlandschaft

von

Schweden war im Jahr 1776 eines der ersten Länder der Welt, das in seiner Gesetzgebung die Freiheit der Presse verankert hat. Die Pressefreiheit ist ein grundlegendes Element des Rechts auf Meinungsfreiheit, die in diesem Land traditionell eine starke Stellung hat. weiterlesen »

28. März 2012

Der Auszug – Die erste eigene Wohnung

von

Der Auszug aus dem Elternhaus ist für viele junge Menschen ein großer Schritt in die Selbstständigkeit. Gerade zu Beginn des Studiums oder einer Ausbildung ziehen viele junge Erwachsene in eine eigene Wohnung. Doch bevor die Wohnungssuche anfängt, solltet ihr einiges beachten. weiterlesen »

21. März 2012

Die BBC – British Broadcasting Corporation

von

Die 1921 gegründete BBC (British Broadcasting Corporation) mit Stammsitz in Großbritannien ist weltweit mit rund 23.000 Mitarbeitern die größte gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt. Den öffentlich-rechtlichen Auftrag erhält sie durch die „Royal Charter“. Diese dient als konstitutionelle Grundlage der BBC und ist vergleichbar mit dem deutschen Rundfunkstaatsvertrag. Als unabhängige und unparteiische Rundfunkanstalt produziert die BBC Radio- und Fernsehprogramme, die dem öffentlichen Interesse dienen und seine Zuschauer informieren, bilden und unterhalten sollen. Die BBC strahlt die Fernsehprogramme BBC One und BBC Two aus und betreibt sieben weitere digitale Fernsehkanäle. Zu den Radiosendern gehören beispielsweise BBC Radio1, BBC Radio2, BBC Radio3 und BBC Radio4.

Alle BBC-TV- und Radio-Programme sind werbefrei und werden aus der Rundfunkgebühr finanziert. Diese ist in Großbritannien ausschließlich von TV-Zuschauern zu entrichten und beträgt derzeit jährlich ca. 175 Euro. Der Empfang von Radioprogrammen ist frei. Alle kommerziellen Aktivitäten der BBC sind – national wie international – seit 1994 im Tochterunternehmen BBC Worldwide zusammengefasst. Die im Ausland durch das Betreiben von Fernsehsendern, die Lizensierung von Fernsehformaten und die Veröffentlichung von Büchern erwirtschafteten Erträge der BBC Worldwide werden an das Mutterunternehmen BBC zurückgeführt. Dadurch sollen Gebührenzahler in Großbritannien entlastet werden. Aufgrund ihrer Verlässlichkeit, der hohen Qualität ihrer Programme und ihrer neutralen Berichterstattung wird die BBC sehr geschätzt. So ist die Website der BBC www.bbc.com eine der reichweitenstärksten Internetseiten weltweit.

Die BBC hat ein großes Netz an Auslandskorrespondenten, die weltweit über aktuelle Geschehnisse vor Ort berichten. Für umfangreiche Berichterstattungen riskieren einige Journalisten ihr Leben, um über das zu berichten, was Lesern, Hörern, und Zuschauern sonst unvorstellbar geblieben wäre. Vor allem Journalisten in Krisengebieten sind bei ihrer Recherche vor Ort einem hohen Risiko ausgesetzt und selten zuvor waren Journalisten, die in Krisengebieten arbeiten, so gefährdet wie heute. Die Bereitschaft Journalisten als unbeteiligte Beobachter zu akzeptieren lässt nach. Anfang 2011 beispielsweise wurden drei BBC-Journalisten in Libyen von einheimischen Soldaten entführt. Ihre Berichterstattungen über den Bürgerkrieg und Aufständen in Libyen waren nicht erwünscht. Sie wurden festgehalten, geschlagen und misshandelt. Nach 21 Stunden wurden die Journalisten freigelassen und haben die Entführung überlebt. Doch nicht für alle Journalisten gehen Aufenthalte in Krisengebieten so „glimpflich“ aus. Schon viele Auslandskorrespondenten mussten mit ihrem Leben bezahlen.

Mehr Informationen findet ihr unter www.bbc.com oder www.bbcgermany.de.

14. März 2012

Schulhomepage Award 2012

von

Unser Leben wird heute stets durch das Internet begleitet, für einen Großteil der Bevölkerung in Deutschland ist das Internet als Informationsmedium nicht mehr wegzudenken. Ist es doch so leicht geworden aktuelle Informationen schnell zur Hand zu haben oder sich selbst mit einer eigenen Internetseite zu präsentieren. Auch für die Schulen des Landes ist es interessant, sich im Internet mit einer eigenen Schulhomepage zu präsentieren. weiterlesen »