Journalistische Erfahrungen vor und hinter der Kamera sammeln und gleichzeitig Leistungen für das Studium erbringen, diese Möglichkeit haben Studenten der Universität Bielefeld bei Campus TV. In zwei aufeinander aufbauenden Seminaren erlernt der journalistische Nachwuchs die Arbeit mit der Kamera. Mitmachen können Studenten der verschiedensten Fachrichtungen.
„Da studentische Initiativen unter den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen leiden, was die Teilnehmerzahl betrifft, hat man hier in Bielefeld die Möglichkeit gleichzeitig Punkte für das Studium zu erwerben“, erläutert Redaktions- und Seminarleiter Jochen Kopp. Zusammen mit dem Lehrbeauftragten Jörg Erber, ebenfalls Redaktions- und Seminarleiter, führt er die Studenten in die Welt des Fernsehens ein. Im „Basic“-Kurs haben die Nachwuchsjournalisten die Chance an zwei langen Wochenenden sowohl theoretisches journalistisches Wissen, als auch den Umgang mit der Kamera und den Schnittprogrammen zu erlernen. Um den Druck auf die Anfänger etwas abzumildern, wurde hier in der letzten Blockveranstaltung zunächst eine Mystery Sendung parodiert. Durch diesen spielerischen Einstieg können die angehenden Fernsehjournalisten zunächst die neue Aufgabe erlernen, ohne gleich in direkten Kontakt zu Interviewpartner treten zu müssen.
Wer nun das Fernsehen für sich entdeckt hat, kann beim Seminar „Campus TV – Die Redaktion“ teilnehmen. In einem wöchentlichen Seminar wird hier das theoretische Wissen vertieft, gleichzeitig findet die Redaktionskonferenz statt: Mögliche Themen werden diskutiert, Rohschnitte begutachtet. Unterstützt wird der journalistische Nachwuchs von der Tutorin Juliane Otto. Vor allem beim Schneiden unterstützt sie die Campus TV-Redaktionsmitglieder. „Wichtig ist, dass die Studierenden stark betreut werden“, betont Jochen Kopp. In Bielefeld wird kein Studium der Journalistik angeboten, alle studieren unterschiedliche Fachrichtungen, so dass der Nachwuchs langsam in das neue Metier eingeführt werden muss.
Ein Mal im Monat strahlt Campus TV eine 15-20 minütige Sendung aus. Pro Sendung wird ein Chef vom Dienst ernannt. „Für eine Sendung hat er alle Fäden in der Hand“, erklärt Jochen Kopp die Arbeit. Hierzu gehört zum Beispiel das Erstellen eines Ablaufplans. Auch der Moderator stammt aus dem Seminar. Um vielen eine Chance zu geben, sich auch vor der Kamera auszuprobieren, wechselt dieser. Gewählt wird er durch ein kleines Casting im Seminar. Die Kameraführung während der Sendungsaufzeichnung übernehmen hierbei Auszubildende, Mediengestalter Bild und Ton, da sie mehr Erfahrung im Umgang mit der Kamera haben. Wichtig ist den Seminarleitern, dass die Seminarteilnehmer durch die Sendung lernen, sich in größere Zusammenhänge einzufügen. „Eine gute Vorbereitung auf die Arbeitswelt“, weiß Jochen Kopp.
Einige der ehemaligen Campus TV-Studenten hat es in die Medien verschlagen: Zum Radio, zu Produktionsfirmen, zur Tageszeitung, aber auch in die Öffentlichkeitsarbeit. Doch auch wenn die Studenten hinterher nicht journalistisch tätig sind, sei die Arbeit bei Campus TV eine wichtige Erfahrung. „Studenten lernen hier, wie man Dinge in der Öffentlichkeit darstellt und was Journalisten von einem wollen“, und das, so Jochen Kopp, könne man in jedem Beruf gebrauchen.
Wer mehr erfahren will und sich die Arbeit bildlich vorstellen möchte, der schaut am besten unter diesem Youtube Link nach. Weitere Informationen zum Nachlesen gibt es unter: www.uni-bielefeld.de/campus-tv/















