Der Journalist

Der Journalist ist Dienstleister für die Kommunikations-Ansprüche seiner Leser, Hörer, Zuschauer und Internet-User – im Folgenden kurz „Nutzer“ genannt.

Sein Job:

  • Nutzer sachgerecht mit Informationen versorgen
  • Informationen anschaulich machen
  • über Ereignisse berichten
  • für Hintergründe und Zusammenhänge sensibilisieren
  • orientieren, wie Nutzer das Geschehene einordnen können
  • Nutzer befähigen, sich ihr eigenes Urteil zu bilden
  • und nicht zuletzt: unterhalten

Journalisten berichten nicht einfach drauflos. Journalismus ist strikten, nachvollziehbaren Regeln unterworfen. Dazu gehört die Erkenntnis, dass Journalismus keine Kunst ist, sondern ein Handwerk. Dieses Handwerk ist in den Grundzügen für alle Medien gleich – denn die Gesetze, nach denen der Mensch kommuniziert, verändern sich nicht. Es gibt lediglich medienspezifische Unterschiede in der Darstellungsform (siehe Handwerkszeug des Journalismus).

Fünf Merksätze des gelungenen Journalismus

  1. Ein Versuch, Wirklichkeit wiederzugeben: Fakten, keine Fiktion.
  2. Ein Ausschnitt aus der Welt: Die Selektion des Aussagekräftigen.
  3. Die Übersetzung von Kompliziertem: Der Nutzer soll mich verstehen.
  4. Die Wiedergabe von Wichtigem: Was ist interessant für den Nutzer?
  5. Hilfe zur Aufklärung: Der Nutzer soll sich seine eigene Meinung bilden können.

Der Journalist nutzt für seine Aufgabe bestimmte Techniken und Werkzeuge:

  • Bei der Themenfindung folgt er einer Arbeitshypothese, die er aus einem Ereignis, dem Hinweis eines Informanten oder einer Vorrecherche ableitet.
  • Bei der eigentlichen Recherche bemüht er sich, die Fakten aufzuspüren, kritisch gegenüber seinen Informationen zu bleiben und stets alle Aspekte und Sichtweisen eines Themas zu beleuchten.
  • Bei der Selektion schützt er als „Gatekeeper“ (Schleusenwärter) den Nutzer vor dem Ertrinken in der unermesslichen Informationsfülle.

Dabei hilft die doppelte Frage:
1. Was macht die Begebenheit so herausragend, dass ich über sie berichten sollte?
2. Was ist daran für meinen Nutzer interessant?

Was Journalismus nicht ist

  • Keine Fiktion – Beschreiben von Erfundenem
  • Kein Tagebuch – Schreiben in Chronologie
  • Keine Wissenschaft – vollständige Beschreibung aller Details
  • Kein Geheimnis – Texte, die sich bewusst abschotten
  • Kein elitäres Kunstwerk – nur wenigen zugänglich
  • keine Propaganda und Werbung